Mischen, ohne die Reihenfolge des Decks zu verändern

Der Zarrow-Shuffle

Du kennst ja den Riffle-Shuffle. Er kam bereits vor, als wir über das falsche Mischen sprachen. Du legst die Karten auf den Tisch, teilst das Deck in der Mitte und dribbelst die Karten in einander. Im ersten Kapitel hast du gelernt, wie man dabei die Zuschauerkarte nicht verliert. Doch hier, mit Hilfe des so genannten Zarrow-Shuffles wird sich nach zweimaligem Mischen keine Karte bewegt haben, dass Deck ist also in der Ausgangsreihenfolge. Und der Zuschauer. Merkt. Nichts.
Folgendes vorweg: der Zarrow-Shuffle ist nur machbar, wenn du beim Riffle-Shuffle die zu dir zeigenden Ecken in einander mischst. Machst du es mit der kurzen Seite der beiden Kartenstapelhälften, so ist die Technik nicht durchführbar. Es beginnt damit, dass du die Stapel in die richtige Ausgangsposition für einen Riffle-Shuffle (auf einem Tisch) legst. Wenn sich die Ecken nun mit einander verzahnt haben, dann kommt die geheime Bewegung. Anders als beim normalen Mischen schiebst du die Karten nun nicht in einander. Die Ausgangsposition sollte, für einen gelungenen Zarrow-Shuffle, folgende sein: deine beiden Daumen sind je an einer der zu dir zeigenden langen Seiten der zwei Kartenstapel. Deine Zeigefinger liegen auf den Stapeln auf und deine restlichen drei Finger liegen an den zum Zuschauer zugewandten Seiten. Nun passiert Folgendes: du drehst die Kartenstapel leicht von dir weg, so dass die kurzen Seiten sich parallel gegenüber liegen. Dabei löst sich die Verzahnung der Karten auf. Gleichzeitig (!) schiebst du mit dem Zeigefinger die oberste Karte leicht in die Richtung des anderen Stapels. Diese Karte dient dazu, dem Zuschauer zu suggerieren, dass du die Stapel in einander schiebst. Benutzte deinen Handrücken, um zu verstecken, dass sich nur diese eine Karte verschiebt. Außerdem verdeckt diese Karte die nun folgende Bewegung. Den anderen Stapel, also der, von welchem du NICHT die Karte mit dem Zeigefinger weggeschoben hast, hebst du nun leicht an und drückst ihn unter der obersten Karte hindurch, auf den anderen Stapel herauf. Nun ist folgendes passiert: statt dass du die Karten gemischt hast, hast du viel mehr die eine Hälfte des Kartendecks abgehoben und die obere Hälfte die Position mit der Unteren tauschen lassen. Da nun die ursprüngliche Deck-Anordnung noch nicht ganz wieder hergestellt ist, musst du den Zarrow-Shuffle noch einmal machen. Die Besonderheit ist, dass du den Kartenstapel wieder an genau der gleichen Stelle teilen musst, wie gerade eben. Dafür benutzt du den so genannten Thumb-Break (eng. für „Daumen-Bruch“). Das ist, wie der Name schon vermuten lässt, das gleiche wie ein Pinky-Break, nur dass du ihn mit deinem Daumen machst. Ich werde ihn hier nicht groß erklären, da ich nicht denke, dass er all zu schwer ist. Und an welcher Stelle brauchst du den Break beim Zarrow-Shuffle? In dem Moment, wo du die eine Kartenhälfte unter der obersten Karte hindurch auf die andere schiebst. Hier bringst du deinen Daumen zwischen die Hälften. Da der Zuschauer vor dir sitzt, wird er es nicht merken. Nun teilst du die Karten an genau der selben Stelle und führst einen erneuten Zarrow-Shuffle durch und siehe da: die Karten sind in der selben Reihenfolge wie zuvor.
Hier noch ein paar Tipps: deine Ring, -Mittel, -und Kleinen Finger beider Hände solltest du unbedingt dazu verwenden, die geheime Bewegung des Decks Anhebens zu verdecken. Übe vor einem Spiegel, damit du dich in den Zuschauer hineinversetzen kannst und deine eigenen Schwachstellen entdeckst.
Dein Zeigefinger, welcher die oberste Karte in die Mitte geschoben hat, sollte die ganze Zeit über leichten Druck bewahren. Denn die Karte darf sich nicht groß von ihrer Position bewegen. Außerdem willst du nicht, dass sie sich während des Manövers wölbt oder anhebt, denn das könnte dein Spiel verraten.

Falscher Overhand-Shuffle für Profis

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie diese Technik heißt oder ob sie überhaupt einen Namen hat. Mangels der richtigen Bezeichnung gebe ich ihr einfach den etwas banalen Namen, den du oben siehst. Doch es ist eine wirklich wunderbare Methode, ein Deck unglaublich überzeugend zu mischen, doch dabei die komplette Reihenfolge des Decks nicht zu verändern. Und dabei gleichzeitig beim Zuschauer wirklich jeden Zweifel aus dem Weg zu schaffen.
Im ersten Kapitel brachte ich dir bei, mit dem Overhand-Shuffle die Zuschauerkarte nicht zu verlieren. Du erinnerst dich? Zuerst wird die Zuschauerkarte, welche oben liegt, als einzelne Karte heruntergezogen und die anderen Karten landen oben drauf. Hier ist es deutlich komplizierter, doch wie schon gesagt: es sieht absolut überzeugend aus und ist zugleich vielfach anwendbar. Nun geht es zur Erklärung.
Du hältst die Karten in der für dich angenehmen Ausgangsposition für einen Overhand-Shuffle. Nun ziehst du etwa zehn bis fünfzehn Karten im Stapel mit dem Daumen der anderen Hand herab, so, wie es beim normalen Mischen üblich ist. Nun setzt du zum nächsten Herunterziehen der nächsten Karten an. Und während du einen weiteren Schwung Karten vom Stapel herabziehst, haben sich die Karten vom ersten Mal ja hinter den Kartenstapel begeben. Doch diese lässt du da nicht liegen, sondern du nimmst sie in einer fließenden Bewegung mit deinem kleinen Finger und der Wölbung unterhalb deinen Daumens auf und hebst sie, zusammen mit den übrigen Karten, an. Dann machst du das Selbe mit den nächsten zehn Karten und so weiter, bis du einmal durch das Kartendeck durch bist. Wenn du willst, dann kannst du es noch mal machen und noch mal und noch mal. Das Prinzip ist also, dass du die heruntergezogenen Karten wieder aufnimmst, der Kartenstapel in deiner einen Hand wird nicht kleiner. Bei einem normalen Overhand-Shuffle würde er immer mehr schrumpfen, bis am Ende nur noch wenige Karten in deiner Hand lägen. Die Technik ist schnell erklärt, doch es gibt wie immer ein paar Dinge zu beachten.

Damit es wirklich echt aussieht, ist es ratsam, beim Herunterziehen der Karten diese leicht aufzufächern und sie aus ihrer starren Stapel-Ordnung herauszuholen. Mach mal zum Test einen normalen Overhand-Shuffle und guck, wie das aussieht. Versuche dann, diese Form nachzuahmen.
Am Anfang wirst du die Technik nur langsam und abgehackt machen können, doch versuche, nach einiger Zeit die Bewegungen fließend und zu einander parallel durchzuführen. Das Herabziehen der nächsten Karten und das Hochheben der vorherigen sollten gleichzeitige Vorgänge sein.

Viel Erfolg!