Der Second-Deal

Wenn man beim Thema Karten über „Dealing“ spricht, dann ist damit das abheben einzelner Karten vom Kartenstapel gemeint. Wie der Name dieser Technik schon sagt, wird dabei nicht die oberste Karte abgehoben, sondern die Zweite von oben. Dafür gibt es zwei Methoden. Den Strike Second Deal und den Push-Over Second Deal.

Der Strike Second Deal

Um diese Technik durchzuführen, hältst du die Karten in deiner Handfläche und umschließt sie mit deinen Fingern an der langen Seite. Der Daumen liegt auf dem Deck auf. Und genau der ist es, welcher entscheidend für die Technik ist. Probiere nun folgendes aus: bewege mit dem Daumen die oberste Karte hin und her, ohne dass sich die anderen Karten des Decks bewegen. Bekommst du das gut hin? Tipp: wenn es noch nicht geht, dann verschiebe deinen Griff etwas und bewege die übrigen Finger in eine andere Position. F inde die Handhaltung, welche ein freies Bewegen der oberen Karte durch den Daumen erlaubt.
Um die Bewegung durchzuführen gilt folgender Ablauf: Du hältst die Karten in der beschriebenen Lage. Deine andere Hand nähert sich, um sich die vermeintlich obere Karte zu greifen. Dein Daumen zieht die oberste Karte ein Stück zurück und legt somit die zweite Karte frei. Du ziehst diese heraus und mit dem Herausziehen zusammen drückt dein Daumen die erste Karte wieder in die Ausgangsposition.
Der Ablauf klingt simpel, doch es gibt etliche Dinge zu beachten und viele mögliche Fehler. Gehen wir sie mal gemeinsam durch.
Erstens: Du ziehst mehr als nur eine Karte aus dem Deck heraus. Gerade wenn das Deck neu und dementsprechend rutschig ist, kann dies vorkommen. Um zu regulieren, dann nur eine Karte aus dem Deck herauskommt, kannst du deinen Zeigefinger an das obere kurze Ende legen, welcher durch etwas Druck nur eine Karte herauslässt.
Zweitens: Zu viel oder zu wenig Druck durch den Daumen. Übst du mit dem Daumen zu wenig Druck aus, dann ist es wahrscheinlich, dass du mehr als nur eine Karte aus dem Deck herausziehen wirst. Übst du zu viel Druck aus, dann sieht die Bewegung unnatürlich aus. Des weiteren kann es sein, dass du überhaupt keine Karte herausziehen kannst. Finde durch ständiges Üben die richtige Menge.
Drittens: Die Lücke, die durch das Wegziehen mit dem Daumen offenbart wird, ist zu groß. Zum Üben ist es unbedingt ratsam, eine große Lücke mit der obersten Karte freizulegen. Doch nach einiger Zeit sollte sie immer kleiner werden, bis sie kaum noch zu sehen ist. Sonst wird der Zuschauer hinter die Technik kommen.
Viertens: Eine kleine Ecke freilegen oder den kompletten oberen Rand? Zwei Möglichkeiten, und beide sind machbar. Wenn du nur eine kleine Ecke öffnet, dann ist es aber wichtig, dass du die Karte schräg herausziehst. Das sieht natürlicher aus, ist aber schwerer. Wenn du den oberem Rand öffnest, dann musst du das Deck etwas anders halten und musst die Karte gerade herausziehen. Finde die Art und Weise, welche für dich am angenehmsten ist.
Fünftens: Der weiße Rand der Karten ist zu auffällig. Die meisten Karten haben auf ihrer Rückseite einen weißen Rand. Dieser ist beim Second Deal sehr auffällig. Tja, da kann man nichts machen. Ich rate dir, hier Karten ohne diesen Rand zu benutzen. Ich habe dir welche verlinkt.
Der Strike Second Deal ist etwas einfacher als der nun folgende. Doch der Nachteil: er sieht nicht besonders natürlich aus. Hier eine Regel: frage dich beim Üben der Techniken immer: Halte ich die Karten an der Stelle zu verkrampft? Wie kann ich verhindern, dass dieser eine Finger nicht zu verdächtig aussieht? Beim Strike Second Deal besteht das Problem, dass kaum ein Mensch auf diese Art und Weise Karten abzählt. Nimm dir mal deine Karten und hebe mal einzeln Karte für Karte ab. So, als wolltest du bei einem Kartenspiel deinen Spielpartnern ihre Stapel austeilen. Und, wie machst du es? Normal ist nämlich, dass du mit dem Daumen eine Karte in die Richtung der langen Kante schiebst und mit der anderen Hand diese aufnimmst. Und um hier zu schummeln, kommt der Push- Over Second Deal zum Einsatz.

Der Push- Over Second Deal

Um die zweite Karte von oben statt der Ersten aufzunehmen, musst du die folgende Technik perfekt beherrschen: schiebe statt einer Karte, zwei mit dem Daumen vom Deck. Und zwar so, dass es aussieht, als wäre es Eine. Bevor wir zu den weiteren Schritten übergehen, musst du dies im Schlaf können. Natürlich gibt es hier einige Dinge zu beachten, auf welche ich dich nun aufmerksam machen werde. Denn wenn du dir etwas falsch angewöhnst, dann wird es später nur schwer auszubügeln sein.
Erstens: die richtige Menge an Druck mit dem Daumen. Hier liegt die größte Wichtigkeit. Ich habe Wochen gebraucht, um die für mich passende Menge an Druck herauszufinden. Ich kann dir nicht vorschreiben, wie du es machen sollst, denn jeder muss hier seine eigene Methode finden, dennoch werde ich dich auf die Konsequenzen der falschen Druck.Dosierung aufmerksam machen, damit du weißt, wann du zu viel oder zu wenig ausübst. Du weißt, der Druck ist zu hoch, wenn mehr als nur eine Karte mitzieht. Und wenn du mit deinem Daumen die obersten 3-4 Karten auffächerst, dann musst du mehr Druck ausüben.
Zweitens: der Winkel des Daumens zu dem Kartenrand. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: du schiebst die Karten mit der großen Fläche des Daumens weg, oder mit dem Rand des Daumens (bei denen, die das Schieben mit der rechten Hand machen, ist es die rechte Seite und bei der linken Hand wäre es dementsprechend die linke Seite des Daumens). Ich rate dir unbedingt, den Rand und nicht die Fläche zu nehmen. Denn dann hast du eine viel größere Kontrolle und du kannst viel besser regulieren, wie viele Karten du herüber schiebst.
Drittens: an welcher Stelle des Randes muss der Daumen platziert sein? Auch hier musst du deine eigene Position finden, doch zur Orientierung: ich lege meinen Daumenrand etwa 2-3 mm unterhalb der Ecke an.
Hier noch ein Tipp: zwei Karten als eine zu schieben ist bedeutend einfacher, wenn der Kartenstapel kleiner ist.
Nun kommen wir zu den weiteren Schritten, welche aber deutlich einfacher als das vorhergehende sind. Denn wenn du das Schieben von zwei Karten als einer beherrschst, dann hast du das Komplizierte überstanden.
In dem Moment, wo du die Karten herüber geschoben hast, näherst du mit deiner freien Hand ein kleines Stück über diese Karten. Dein freier Daumen greift beide Karten an der unteren kurzen Seite und die vier Finger an der Oberen. So wie normal, ziehst du mit dieser Hand die Karte vom Stapel, doch mit der Hand, welche den Stapel hält, ziehst du gleichzeitig mit dem Daumen die oberste Karte in die Ausgangsposition zurück. Der Second Deal ist nun abgeschossen.